Auftraggeber*in

Stadtplanungsamt, Stadt Heidelberg

Zeitraum

07/2019 – 12/2023

Ort

Heidelberg

Kompetenzfelder

Ko-Entwickeln & Planen

Leistungen

Räumliche Leitbilder, Integrierte Entwicklungskonzepte

Projektpartner*innen

spengler&wiescholek Hamburg

Projektteam

Nils Kaltenpoth, Prof. Klaus Overmeyer, Bärbel Offergeld, Paul Konrad

Wie bleibt Heidelberg langfristig handlungsfähig?

Heidelberg ist eine Stadt im Wandel. Die Wohnraumnachfrage ist in der Wissenschaftsstadt am Neckar ungebrochen. Die bestehenden Konversionsflächen reichen noch bis etwa 2035 aus, um den Bedarf zu decken. Aber wie sieht Heidelbergs Zukunft im Jahr 2035 aus? Zwischen historischen Stadtstrukturen, einem wachsenden Wissenschaftssektor und zunehmendem Nutzungsdruck auf vorhandene Flächen stellt sich die Frage, inwiefern zentrale Themen wie Klimaschutz, Mobilität und Flächennutzung im begrenzten Stadtraum zwischen Odenwald und Rheinebene zusammengebracht werden können.

Unter diesen Bedingungen stieß das Modell Räumliche Ordnung (MRO) aus dem Jahr 1999 an seine Grenzen und bedurfte einer Fortschreibung, um eine Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung zu legen. Gemeinsam mit spengler&wischolek erarbeiteten wir das MRO 2035+, das die strategischen Ziele konkret im Stadtraum verortet und damit parallel zu dem Stadtentwicklungskonzept der Stadt Heidelberg als zentrales Planwerk dient.

Prozessphasen

  1. Heidelberg analysieren Grundlagenanalyse
    Analysebericht
  2. Entwicklungstendenzen identifizieren Fazitkarten
    Räumliche Leitlinien
    Verwaltungsworkshop
  3. Raumstrategie entwickeln Strategiekarten
    Integrierte Gesamtkarte
    Öffentliche Veranstaltung
  4. Schwerpunkträume vertiefen Schlüsselräume
    Schlüsselaufgaben
    Beratergremium
  5. MRO 2035+ festschreiben Politische Gremien
    Broschüre

Akteur*innen einbinden und Aushandlung moderieren.

Für die Fortschreibung des MRO haben wir einen klar strukturierten Prozess mit aufeinander aufbauenden Phasen entwickelt. Ausgangspunkt war eine umfassende Analyse, in der wir Herausforderungen und Potenziale je Themenfeld benannt und bewertet haben. Darauf aufbauend konnten wir zentrale Aufgaben und Hebel identifizieren.

In der Konzeptphase übersetzten wir diese Erkenntnisse in räumliche Leitlinien und definierten Schwerpunkträume. Im weiteren Verlauf konkretisierten wir Schlüsselräume und zentrale Aufgaben für die nachhaltige Entwicklung Heidelbergs. Parallel dazu gestalteten wir einen kontinuierlichen Kommunikations- und Beteiligungsprozess. Ziel war es, Wissen aus Verwaltung, Fachöffentlichkeit und Stadtgesellschaft einzubeziehen. Ein eigens eingerichtetes Beratergremium aus lokalen Expertinnen und vier zufällig ausgewählten Bürger*innen erwies sich dabei als besonders wertvoll. Pandemiebedingt konnte die breitere Öffentlichkeit allerdings nur in einer zentralen Veranstaltung in den Austausch zu Zwischenergebnissen eingebunden werden.

MRO als flexibles und belastbares Steuerungsinstrument.

Die neue Raumstrategie basiert auf vier thematischen Handlungsfeldern, die Leitlinien und Empfehlungen für die zukünftige Entwicklung formulieren. Sie zeigen, wie Heidelberg auch über die bestehenden Konversionsflächen hinaus flächensparend und nachhaltig wachsen kann. Die Karten machen sichtbar, wo Handlungsbedarf besteht – etwa beim Erhalt von Grünflächen, der Weiterentwicklung von Quartieren, der wirtschaftlichen Entwicklung oder beim Umgang mit Klimafolgen. Sie helfen, räumliche Zusammenhänge zu verstehen und geben Orientierung für zukünftige Projekte. Im integrierten Gesamtplan werden die vier Handlungsfelder zu einer übergeordneten räumlichen Figur zusammengeführt. Hier werden zentrale Strategien und Entwicklungstendenzen sichtbar.

Das MRO 2035+ übernimmt damit mehrere Funktionen zugleich: Es dient als Kompass für die räumliche Entwicklung, als Grundlage für politische Entscheidungen, als Arbeitsinstrument der Verwaltung und als Kommunikationsmittel für die Stadtöffentlichkeit.

Gerade in einer Zeit, in der Klimawandel, Wohnraumbedarf und Mobilität eng miteinander verknüpft sind, schafft Heidelberg damit eine Grundlage, um die eigene Entwicklung kontinuierlich weiterzuschreiben und langfristig handlungsfähig zu bleiben.

Links

Download: Endbericht MRO 2035+ Heidelberg ↗︎