Zwei Zentren, ein Tal und der Raum dazwischen.
Wuppertal hat keine klassische Innenstadt. Mit Elberfeld im Westen und Barmen im Osten verfügt die größte Stadt des Bergischen Landes über zwei Citykerne, die sich entlang einer bandartigen Talachse gegenüberliegen. Wupper, Schwebebahn und die Bundesstraße B7 verbinden und trennen die beiden Kerne gleichermaßen. Der dazwischenliegende Raum wird im Alltag häufig übersehen, obwohl sich hier zentrale Kultur-, Bildungs- und Infrastruktureinrichtungen befinden. Mit dem Projekt InnenBandStadt wurde dieser Zwischenraum erstmals als eigenständiger innerstädtischer Handlungsraum in den Blick genommen. Ziel war es, die Wuppertaler Innenstadt nicht länger als zwei getrennte Zentren zu betrachten, sondern als zusammenhängenden Stadtraum mit gemeinsamen Potenzialen, Herausforderungen und Entwicklungsfragen.
Prozessphasen
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InnenBandStadt verstehen Analyse bestehender Konzepte
Herausforderungen Innenstadt -
Haltung formulieren Entwicklung einer Charta
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Stadtraum erproben Reallabore für temporäre Nutzungen und Experimente
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Zukunftsbilder entwickeln Ideenfabriken als kooperatives Werkstattverfahren
Online-Dialoge -
Öffentlich diskutieren Feedback aus Stadtgesellschaft, Fachöffentlichkeit und Expert*innen
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Ergebnisse zusammenführen Bündelung in einer übergreifenden InnenBandStadt-Strategie
Stadtentwicklung gemeinsam erproben.
InnenBandStadt folgte bewusst keinem linearen Planungsablauf. Analyse, Beteiligung, Erprobung und Strategieentwicklung verliefen parallel als lernender Prozess. So konnten frühe Erkenntnisse unmittelbar getestet und Erfahrungen aus der Umsetzung direkt in die strategische Arbeit zurückgespielt werden. Zentrale Bausteine waren Reallabore, Ideenfabriken und vielfältige Dialogformate. Sie ermöglichten es, unterschiedliche Perspektiven aus Verwaltung, Fachwelt und Stadtgesellschaft zusammenzuführen, Konfliktlinien sichtbar zu machen und neue Allianzen zu bilden.
Die Ideenfabriken bildeten einen zentralen Baustein des Projekts. Als kooperatives Werkstattverfahren angelegt, unterschieden sie sich bewusst von klassischen Wettbewerben. Die Entwürfe verstanden sich als Testentwürfe: offen, zuspitzend und diskussionsanregend. Der Prozess wurde durch Werkstätten, öffentliche Zwischenpräsentationen, einen Expert*innenbeirat sowie Ausstellungen begleitet. So entstand ein kontinuierlicher Dialog zwischen Fachwelt, Verwaltung und Stadtgesellschaft.
Drei Bausteine als gemeinsamer Orientierungsrahmen.
Der Prozess mündete in drei aufeinander aufbauenden Ergebnissen: Kompass, Impulse und Strategie. Gemeinsam bilden sie den Orientierungsrahmen für die zukünftige Entwicklung der Wuppertaler Innenstadt.
Der Kompass bündelt Analyseergebnisse, beschreibt die besonderen Strukturen der InnenBandStadt und formuliert eine gemeinsame Haltung für Verwaltung, Politik und Fachöffentlichkeit. Die Impulse dokumentieren die im Prozess erprobten Maßnahmen, Reallabore, Ideenfabriken und Dialogformate. Sie zeigen, wie Stadtentwicklung experimentell, ko-produktiv und schrittweise gestaltet werden kann. Die Strategie führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen. Sie formuliert zentrale Handlungsfelder, benennt Instrumente zur Umsetzung und schafft eine Grundlage für zukünftige Entscheidungen.
Links
InnenBandStadt: Strategie-Prozess (Broschüren) ↗︎
Download: InnenBandStadt Wuppertal (Erfahrungsbericht BBSR) ↗︎