Ein offener Ort für die Stadt?
Der Flughafen Tempelhof prägt Berlin seit über 100 Jahren – als geschichtliches Symbol ebenso wie als städtebauliche Konstante. Allein seine Dimension macht ihn zu einer „Stadt in der Stadt“. Der Bau aus der Zeit des Nationalsozialismus zählt noch heute zu den größten Gebäuden weltweit: Verwaltungsgebäude, zentrale Abfertigungshalle, Flugsteighalle und sieben Hangars ergeben zusammen ein 1,2 Kilometer langes Band.
Seit dem Volksentscheid 2014 ist das Flughafengebäude durch einen Zaun vom Tempelhofer Feld als öffentlicher Parkanlage getrennt. Gleichzeitig existiert im und um das Gebäude mit dem prägnanten Flughafencode „THF“ bereits heute ein vielfältiges Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen und Initiativen: ein Community-Radio im ehemaligen Pförtnerhäuschen, ein Natur-Kultur-Lernort im Regenwasserückhaltebecken oder diverse Großveranstaltungen in den Hangars oder auf dem versiegelten Vorfeld.
Was bislang fehlt, ist eine langfristige Perspektive für diesen besonderen Ort – trotz oder gerade wegen der enormen Raumressourcen. Klar ist: Der Flughafen Tempelhof soll sich zu einem offenen, vielfältigen und gemeinwohlorientierten Ort für die Stadt entwickeln. Die Herausforderung ist immens. Es gilt, einen Fahrplan für das Baudenkmal zu entwickeln, der den vielen Ansprüchen gerecht wird.
Prozessphasen
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Prozess entwerfen Prozessdesign
Produktbaukasten -
Leitplanken setzen Handlungsfelder
Strategiekarten -
Expert*innen zusammenbringen Austauschformate
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Fachworkshops durchführen Begehbares Modell
Moderation -
Strategien formulieren Synthese zentraler Ansätze
Räumliches Zukunftsbild -
Maßnahmen und Transformationspfade definieren Handlungskonzept
So ist der Gesamtprozess strukturiert.
In der Vergangenheit fanden bereits breit angelegte Beteiligungsprozesse statt. Ihnen fehlten jedoch tragfähige Rahmenbedingungen, sodass die Prozesse zunächst zum Stillstand kamen. Genau an dieser Stelle setzt unsere Arbeit an. Mit der zuvor entwickelten Vision 2030+ liegt eine belastbare Grundlage vor, auf der nun ein langfristiger Orientierungsrahmen entwickelt wird.
Dafür haben wir ein dreistufiges Prozessdesign entworfen: Zunächst erarbeiten wir gemeinsam mit der Tempelhof Projekt GmbH zentrale Handlungsfelder, Strategiekarten und räumliche Schwerpunkte. Darauf aufbauend werden in Fachworkshops mit Expert*innen aus Planung, Denkmalschutz, Klimaökologie und Wirtschaft ausgewählte Fokusbereiche vertieft, Entwurfshaltungen entwickelt und erste Transformationspfade konkretisiert. Abschließend führen wir Strategie und Vertiefung in einer Synthese zusammen und übersetzen sie in konkrete Maßnahmen und Umsetzungsschritte.
„Das Tempelhofer Feld ist das Meer von Berlin.“
– Robin Winogrond, Landschaftsarchitektin
Ein mutiges und weitsichtiges Konzept für die Zukunft.
Mit dem Entwicklungskonzept 2045 entsteht erstmals eine zusammenhängende Strategie für den Flughafen Tempelhof. Damit verbunden ist auch das Ziel, den Ort stärker für die Stadtgesellschaft zu öffnen und Stadt, Gebäude und Tempelhofer Feld als räumliche Achse miteinander zu verbinden. Das Konzept arbeitet mit gestaffelten Zeithorizonten und verknüpft unterschiedliche Maßstabsebenen.
Dabei stellt sich immer wieder die Fragen: Wo kann Entwicklung schon morgen beginnen? Und wo verlaufen Pfadabhängigkeiten und langfristige Transformationspfade? Manches kann kurzfristig durch aktivierende Zwischennutzungen genutzt werden, anderes wird langfristig vorbereitet und umgesetzt werden müssen. Das Entwicklungskonzept führt diese Perspektiven zusammen, stößt weitere Fachplanungen an und bildet eine Grundlage für politische Entscheidungen.